Nicht-Farbe Weiß

Vorstellung der Nicht-Farbe

Weiß ist hell, strahlend, unschuldig und rein. Bei der “Farbe” denken die meisten an Schnee, die klassischen Ikea Möbel, Papier und Hochzeiten. Firmen verwenden die Farbe, um ihre Produkte minimalistisch, neutral und einfach aussehen zu lassen, wie zum Beispiel bei Apple oder die weißen Möbel des Riesen Ikea. Psychologisch wird Weiß assoziiert mit Ehrlichkeit, Sauberkeit, dem Anfang, Neutralität. In der IT wird Weiß genutzt, um Lösungen einfach erscheinen zu lassen.

Kann man nun Weiß als Farbe bezeichnen?

Anders als bei Schwarz ist physikalisch gesehen Weiß die Summe aller Farben des Lichts. Es reflektiert alle Farben gleichzeitig und wir sehen dort weiß, wo Licht aller Wellenlängen reflektiert wird. Weiß ist also physikalisch gesehen gar keine Farbe, dennoch stecken wir Weiß in die Schublade der Farben, damit wir sie benennen können.

Geschichte

Im 17. und 18. Jahrhundert bringt Bleiweiß leuchtende Reflexe auf Stillleben und Rüstungen. Es wurde bei Gemälden von Impressionisten wie Van Gogh nachgewiesen. Bleiweiß ist eines der ältesten, künstlich hergestellten Pigmente, das noch bis zum Verbot 1989 verwendet wurde. Das Verbot war natürlich berechtigt, denn Bleiweiß wirkt hoch toxisch. Es diente eine Zeit lang als Korrisionsschutz und Insektizid. Erst etwa Mitte des 19. Jahrhunderts erfolgte die Alternative Zinkweiß. Trotz dessen ist Bleiweiß heutezutage noch sehr wichtig bei der Analyse von Kunstwerken. Blei hat eine sehr hohe Dichte und ist deswegen auf Röntgenaufnahmen besser zu erkennen als andere Farben. Daher kann leicht festgestellt werden, ob das Gemälde eine Fälschung ist oder nicht.

Kultur

Weiß ist in vielen Kulturen die Farbe der Götter. Weiße Rinder sind im Hinduismus heilig, die weißen Elefanten in Thailand und der weiße Stier als Zeus. Ganz anders hingegen ist die Symbolik der Nicht-Farbe in östlichen Ländern wie Japan und China. Dort steht Weiß für Tod und Trauer. Im Feng Shui (Harmonielehre aus China, Ziel: Harmonisierung des Menschen mit seiner Umgebung) wird Weiß als Farbe für die Wohnraumgestaltung daher auch gemieden.

Die Verbindung mit Depression

Weiß hat also viele positive Seiten, wie ihre Helligkeit, ihr Leuchten und das glückliche Strahlen auf Hochzeiten. Wenn ich an die Nicht-Farbe Weiß denke, denke ich an weiße Wolken die den blauen Himmel verdecken. Doch Schattenseiten sind gut, sowohl für die Umwelt als auch für uns Menschen. Denn ohne schlechte Erlebnisse, Krisensituationen und schweren Herausforderungen können wir nicht wachsen, an uns selbst arbeiten und lernen.

Ich möchte hier die Nicht-Farbe Weiß als eigene Stärke, Überwindbarkeit und Befreiuung von negativen Gedanken und Gefühlen darstellen. Ich assoziiere mit Weiß Depression, da auch ich eine Zeit lang von Depressionen geplagt wurde und durch psychologische Betreuung, Familie und Freunde wieder strahlen konnte und das mehr als je zuvor.

Depressionen sind ein ernstzunehmendes Thema, das in unserer Gesellschaft trotz der Volkskrankheit leider häufig noch wenig Beachtung erhält. Meistens wird die Krankheit heruntergespielt, einem wird gesagt “Hab dich doch nicht so”, “Mach doch einfach was Schönes”, “Jeder hat doch mal ein Tief” oder auch “Du bist doch gar nicht krank”. Mentale Gesundheit ist mindestens genau so wichtig wie unsere körperliche. Was nützt einem ein gesunder Körper, wenn man nicht glücklich im Leben und mit sich selbst ist? Wenn es einem psychisch nicht gut geht, sollte man genau so leicht darüber reden können wie über körperliche Krankheiten, man sollte sich nicht dafür schämen.

Mit Depression geht nicht nur der Verlust an Lebensfreude, sondern auch Gefühle von Wertlosigkeit, Schläfstörungen wie Albträume, vermindertes Selbstvertrauen, Magen- ,Kopf- und Rückenschmerzen und in manchen Fällen Suizidgedanken hervor.


Doch woher kommen Depressionen?

Durch eine genetische Veranlagung entsteht ein höheres Risiko, an einer Depression zu erkranken. Wenn nahe Angehörige depressiv erkrankt sind, steigt das Risiko um das zwei- bis dreifache, selbst daran zu erkranken. Doch natürlich gibt es Auslöser, die für den Beginn einer Depression als schuldig gesprochen werden. Das könnten Überforderungssituationen, Verlusterlebnisse, traumatische Ereignisse, Mobbing oder sogar die Geburt eines Kindes sein.

Auf den Bildern seht ihr die liebe Nina, die jahrelang gegen die Depression kämpfte und endlich wieder strahlen und sich entfalten kann. Sie berichtet euch von ihrer Geschichte:

Mehr als 10 Jahre habe ich Erfahrungen damit gesammelt, welche bösen Geister sich in unserer Psyche bemerkbar machen können. Ich bin innerlich durch die Hölle gegangen & hatte oft schon Monate lang kein Gefühl mehr in mir, keine Emotionen mehr. Rückblickend fühlt es sich nach Sterben & Tod an, gefangen in einer Hülle aus Fleisch. Depressionen, Angststörungen & Panikstörung waren mein tägliches Brot über Jahre (mit zu kleinen Lichtblicken zwischendurch).

Ein sehr lieber & kompetenter Mensch hat mich lange begleitet, auf meiner Reise in ein zufriedeneres Leben und begleitet mich auch heute noch (solange ich es brauche). Er hat mir oft gesagt: „Jeder Mensch ist für sein Gefühl und Verhalten selbst verantwortlich!“ – wie oft habe ich gesagt & mir auch wirklich dabei geglaubt: „Das weiß ich doch und verstehe es auch!“

Ich habe erst heute wirklich verstanden, „Jeder ist seines eigen Glückes Schmied“. Viel Achtsamkeit & auch gute Übung in Selbstreflektion haben mich vor paar Monaten zum ersten Mal selbst lieben gelehrt. Grenzen wahren und Grenzen akzeptieren, ist meine Übung zur Zeit. Die bösen Geister möchten kein Selbstmitleid, sondern ein anderes Handeln für die Zukunft.

Ich bin nicht freigesprochen von meinen Geistern der Vergangenheit, aber ich versuche ihnen mittlerweile mehr zuzuhören & ihnen den nötigen Raum zu geben, denn auch sie sind nicht ohne Grund da & haben eine Daseins-Berechtigung. Zu versuchen, mich täglich zu akzeptieren & zu lieben in all meinen Facetten, hat mich entspannter gemacht, es hat mir mehr Freiraum gegeben.
Dieses Gefühl wünsche ich jedem Leidensgenossen von Herzen!

Ich würde trotz der ganzen Belastung in meinem Leben, immer wieder das Selbe wählen, denn all das, hat mich zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin.
„Es kommt alles, wie es kommen soll“ & „Ich bin für alles unendlich dankbar, denn es kann nicht immer nur Sonne geben!“

Danke Michelle, dass sich unsere Wege zum perfekten Zeitpunkt gekreuzt haben. Es war für mich ein sehr schönes Erlebnis! Und mental stärkt mich dieses Erleben bei dem Shooting ungemein!
Vielen lieben Dank für Deine tolle Arbeit!”

Ich danke dir Nina für deine tollen offenen Worte, fürs Erzählen deiner Geschichte, unsere Begegnung und Modelstehen natürlich! ❤️

Bitte achtet auf Personen in eurem Umfeld und helft ihnen, wo ihr könnt. Bitte nehmt die Krankheit ernst und unterstützt eure Mitmenschen, macht sie nicht klein.

Solltest du an einer Depression leiden und/oder an Suizid denken, bitte wende dich an deine Familie, Freunde, Vertrauenspersonen oder an die Telefonseelsorge unter den Telefonnummern 0800/111 0 111 und 0800/111 0 222.

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